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Während der Olympischen Spiele 1972 in München ermordeten palästinensische Terroristen elf israelische Sportler. Die israelische Reaktion war die Operation Zorn Gottes, welche im gleichen Jahr von Premierministerin Golda Meir autorisiert wurde. Der Mossad und Spezialeinheiten der Streitkräfte liquidierten die Hintermänner des Massakers von München und führende Terroristen. Die Operation Zorn Gottes ist auch unter dem Namen Operation Kidon bekannt. Kidon ist Hebräisch und bedeutet Bajonett.

 

Videodokumentation

 

Überblick

  • Datum: Ab 1972
  • Ort: Europa & Libanon
  • Ereignis: Liquidierung von palästinensischen Terroristen durch den Mossad als Reaktion auf das Olympia-Attentat von München 1972

 

Wesentlich Beteiligte

  • Israel
  • Mossad
  • Israel Defense Forces (IDF)
  • PLO & Schwarzer September

 

Hintergrund

  • Nahostkonflikt zwischen:
    • Arabischen Staaten & Israel
    • Palästinensern & Israel
  • Nach verlorenem jordanischem Bürgerkrieg (Sep. 1970) Festsetzen der PLO im Libanon
  • Intensivierung der palästinensischen Terroranschläge gegen Israel & Israelis (in Europa)
  • Olympia-Attentat von München 1972, bei dem 11 Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft von der Terrororganisation Schwarzer September ermordet werden

 

Verlauf

Autorisierung der Operation Zorn Gottes / Operation Kidon

  • 05. Sep. 1972: Olympia-Attentat von München – Schwarzer September ermordet 11 israelische Olympioniken & 1 deutschen Polizisten
  • Sep. / Okt. 1972: Autorisierung der Operation Zorn Gottes durch Premierministerin Golda Meir & Erstellung eine Liste von Zielpersonen
  • Ziele der Operation Zorn Gottes / Operation Kidon:
  • Herstellen von Gerechtigkeit
  • Ausschalten von terroristischen Gefahren
  • Psychologische Kriegsführung
  • 29. Okt. 1972: Austausch der überlebenden Attentäter von München gegen entführtes Lufthansa-Flugzeug durch die Deutsche Regierung

 

Erste Phase der Liquidierungen

  • 16. Okt. 1972 – Rom: Liquidierung von Abdel Wael Zwaiter (vermutliches Mitglied von Schwarzer September) mit 11 Schüssen
  • 08. Dez. 1972 – Paris: Liquidierung von Mahmoud Hamshari (PLO-Repräsentant in Frankreich) mit einer Bombe im Telefon
  • 24. Jan. 1973 – Nikosia: Liquidierung von Hussein Al Bashir (Fatah-Repräsentant in Zypern) mit einer Bombe unter seinem Hotelbett
  • 09./10. Apr. 1973 – Beirut & Sidon: Operation Frühling der Jugend (Operation Spring of Youth) - Liquidierung von Mohammad Youssef Al Najjar, Kamal Adwan, Kamal Nasser & weitere Führungspersonen von PLO & Schwarzer September durch Sayeret Matkal, Shayetet 13 & Sayeret Tzanhanim
  • 11. Apr. 1973 – Athen: Liquidierung von Zaiad Muchasi (Fatah-Repräsentant in Zypern) mit einer Brandbombe in seinem Hotelzimmer
  • 28. Juni 1973 – Paris: Liquidierung von Mohammad Boudia (Operationsdirektor von Schwarzer September in Frankreich) mit einer Bombe unter seinem Auto

 

Lillehammer-Affäre & Aussetzung der Operation Kidon

  • 21. Juli 1973 – Lillehammer: Lillehammer-Affäre - Liquidierung des unschuldigen marokkanischen Kellners Ahmed Bouchiki, den der Mossad für Ali Hassan Salameh (Planer des Olympia-Attentats & Kommandeur der Force 17) hält
  • Im Anschluss an den Lillehammer-Vorfall: Verurteilung von fünf Mossad-Agenten durch norwegische Gerichte (Entlassung aus der Haft & Ausweisung nach Israel 1975) & Internationale Entrüstung über die israelische Operation
  • Premierministerin Golda Meir setzt die Operation Zorn Gottes aus
  • 22. Jan. 1979 – Beirut: Liquidierung von Ali Hassan Salameh (Planer des Olympia-Attentats & Kommandeur der Terrorspezialeinheit Force 17) mit einer Autobombe

 

Weitere Operationen

Neben den genannten Liquidierungen wurden vermutlich weitere Operationen (Liquidierungen, psychologische Kriegsführung, nichttödliche Anschläge) ausgeführt, die nicht einwandfrei dem Mossad zugeordnet werden können, z.B.:

  • 27. Juli 1979: Liquidierung von Zuheir Mohsen
  • 01. Juni 1981: Liquidierung von Naim Khader
  • 01. Aug. 1981: Anschlag auf Abu Daoud
  • 01. März 1982: Liquidierung von Nabil Wadi Aranki

 

Olympia-Attentäter & Hintermänner

Über den Erfolg der Operation gegen die 3 überlebenden Attentäter von München & die Hintermänner liegen unterschiedliche Aussagen vor:

  • Abu Daoud hat als einziger Hintermann des Olympia-Attentats die Operation überlebt
  • Lediglich gering oder indirekt Beteiligte wurden liquidiert

 

Folgen

  • Fehlgeschlagenes Attentat von Schwarzer September auf Golda Meir in Rom (14. Jan. 1973)
  • PLO & Schwarzer September töten vermutete Mossad-Agenten & israelische Diplomaten als Vergeltung
  • Massive Schwächung der (europäischen) Infrastruktur von Schwarzer September & PLO
  • Abschreckung von palästinensischen Terroristen & unterstützenden (arabischen) Staaten durch die vermittelte Botschaft „Der Mossad kann jederzeit & an jedem Ort zuschlagen.“
  • Erhöhung der Sicherheit Israels, insb. für im Ausland lebende Israelis
  • Bindung von Mossad-Ressourcen führt wahrscheinlich zu einer mangelnden Aufklärung des ägyptisch-syrischen Angriffsplans im Yom-Kippur-Krieg (1973)

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